Zum Thema Liebeskummer.

Manche Psychologen vergleichen Liebeskummer mit einem kalten Entzug. Auch wenn man ihn hoffentlich nie erlebt hat, durchläuft der Körper dabei tatsächlich ähnliche Prozesse. Die Nähe, Liebe und Vertrautheit der Partnerin/des Partners verschwinden von einem Tag auf den anderen. Der Körper war es gewohnt, täglich viel Dopamin auszuschütten, sich zu entspannen und sicher zu fühlen: Liebe tut eben gut. Liebeskummer hingegen wirkt wie das Gegenteil: Die „Droge“, also die Partnerin/der Partner, fehlt, und damit auch die Belohnung. Sozialer Schmerz fühlt sich an, als würde einem das Herz brechen. Der Körper reagiert mit Stress; Blutdruck und Puls steigen, und man wird kurzatmig. In extremen Fällen sprechen Forscher vom „Broken Heart Syndrome“. Studien zeigen, dass soziale Zurückweisung durchaus mit körperlichem Schmerz vergleichbar ist. Nur leider helfen dagegen keine Schmerztabletten.

Was hilft gegen Liebeskummer? 

Den Schmerz mit Alkohol zu betäuben, ist keine gute Idee. Er macht emotional und verstärkt oft das schlechte Gefühl während eines Rauschs oder Katers. Auch sorgfältig geplante Racheaktionen werfen einen nur tiefer ins Gefühlsloch. Besser ist ein realistischer und schonender Umgang mit der Situation, auch wenn das schwerfallen kann. Wichtig ist, die Trauer zuzulassen, statt den Schmerz herunterzuspielen. Es ist völlig verständlich und in Ordnung, sich schlecht zu fühlen. Offenheit gegenüber Familie und Freunden kann helfen; eine Umarmung von der besten Freundin oder dem besten Freund gibt oft Trost und das Gefühl, nicht allein zu sein. Wie bei einer Droge gilt: Werden Sie „clean“! Kein Kontakt zur Ex-Partnerin/zum Ex-Partner, und Fotos oder Erinnerungsstücke sollten aus dem Blickfeld verbannt werden. Auch Ablenkung wirkt oft positiv: Vielleicht ist jetzt der perfekte Moment, ein Hobby auszuprobieren, das man schon lange im Kopf hatte, aber für das bisher Zeit und Motivation fehlten.

Niemand möchte den Satz „Glaub mir, es wird besser!“ noch hören, doch wissenschaftlich gesehen, durchläuft man Liebeskummer in vier Phasen, von denen die letzte tatsächlich Erleichterung bringt.

Die vier Phasen des Liebeskummers:

In Phase eins will die verlassene Person die Trennung nicht akzeptieren. Oft leugnet man das Ende der Beziehung und versucht, den Kontakt zur Ex-Partnerin/zum Ex-Partner zu halten, ob telefonisch, per Email oder Brief oder durch persönliche Treffen. Man versucht, diese Person umzustimmen. Wenn diese Bemühungen scheitern, rutscht man in Phase zwei.

Phase zwei ist geprägt von Trauer: Man weint, verliert oft den Appetit und vernachlässigt Freundschaften. Wut auf den anderen kommt hinzu: Wie konnte diese Person einem das nur antun?! Wie lange diese Phase dauert, hängt nicht nur von der Beziehung, sondern auch von der eigenen Persönlichkeit ab: Ist man sensibel oder stark, sehr emotional oder eher nüchtern? Lässt die Trauer nach, beginnt langsam Phase drei.

In Phase drei denkt man viel über die Beziehung und die eigene Rolle darin nach. Allmählich öffnet man sich wieder, findet Freude an Aktivitäten und fühlt sich besser. Oft gleitet man dabei unbemerkt in die vierte Phase.

Phase vier bedeutet, die Trennung zu akzeptieren und sich neu zu orientieren. Es ist geschafft!

Liebeskummer kann gefährlich werden, wenn er so stark ist, dass man tagelang weder isst noch trinkt und nicht mehr aufsteht. Dadurch fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe und Energie, was zu Kreislaufproblemen oder sogar schweren medizinischen Notfällen führen kann. Treten zudem schwere Gedanken auf, die nicht verschwinden, sollte man umgehend einen Arzt oder eine psychotherapeutische Notfallambulanz aufsuchen.