
Drei Persönlichkeitsmerkmale können das Risiko für Untreue erhöhen:
Narzissmus:
Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung haben oft wenig Einfühlungsvermögen und ein geringes Selbstwertgefühl, meist ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie sehen sich selbst als den idealen Partner oder die ideale Partnerin. Das fehlende Mitgefühl lässt sie die Verletzungen des anderen übersehen, und das geringe Selbstwertgefühl sucht ständig Bestätigung von außen – oft in Form von Affären. Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 gibt es einen Zusammenhang zwischen Untreue und sexuellem Narzissmus, also der Befriedigung, die nur durch die Bewunderung anderer entsteht. Über einen Zeitraum von vier Jahren wurden 123 frisch verheiratete Paare beobachtet. Die Forschenden stellten fest, dass Ehepartner mit sexuell narzisstischen Verhaltensweisen eher untreu waren.
Bindungsangst:
Laut einigen Experten erleben häufig Paare das Schicksal der Untreue, wenn einer der Partner unter Bindungsangst leidet. Konflikte in einer Beziehung und die damit verbundene Nähe empfinden Betroffene oft als bedrohlich. Das kann dazu führen, dass sie die Liebe woanders suchen. Die Angst vor Nähe und Verbindlichkeit verleitet manche dazu, auf Distanz zu gehen, indem sie untreu werden oder ihre Beziehung sabotieren, bevor sie zu eng wird. Um solche Ängste zu überwinden, brauchen Menschen die innere Sicherheit, liebenswert zu sein. Dafür ist ein gesundes Selbstwertgefühl nötig, das Personen mit unsicherem Bindungsstil oft fehlt. Es kann wie ein Schutzschild gegen Untreue wirken. Wer ein hohes Selbstwertgefühl hat, muss sich nichts beweisen und kompensiert Minderwertigkeitsgefühle nicht durch Affären oder Seitensprünge. Wirklich hoch ist es dann, wenn es weder übertrieben noch egozentrisch ist.
Sexsucht kann zur Untreue führen:
Wenn eine Partnerin oder ein Partner immer wieder fremdgeht, kann dahinter auch eine ernste Störung stecken. Fachleute nennen das Hypersexualität oder Sexsucht – eine Störung, die durch übermäßige Beschäftigung mit sexuellen Gedanken, Impulsen oder Handlungen gekennzeichnet ist und sich negativ auf verschiedene Lebensbereiche auswirkt. Dieses zwanghafte Bedürfnis nach sexueller Aktivität kann manchmal zu Fremdgehen führen, es gibt jedoch auch Menschen mit Sexsucht, die trotzdem treu bleiben.
(Quelle: Parship 2024; NIH, Arch Sex Behav, 2015)